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Wer den Pfennig nicht ehrt…

Sie kennen sicher das Sprichwort „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert“. Aber ist das auch so? Wenn es um das Thema Kleingeld geht, scheinen sich die Lager in Deutschland nämlich zu trennen. Es gibt diejenigen, die Kleingeld überhaupt nicht als störend empfinden und an der Kasse in aller Seelenruhe jeden noch … Weiterlesen

Sie kennen sicher das Sprichwort „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert“. Aber ist das auch so? Wenn es um das Thema Kleingeld geht, scheinen sich die Lager in Deutschland nämlich zu trennen. Es gibt diejenigen, die Kleingeld überhaupt nicht als störend empfinden und an der Kasse in aller Seelenruhe jeden noch so kleinen Cent aus dem Geldbeutel fischen. Und es gibt solche, die das Kupfergeld am liebsten abschaffen würden. Wer braucht schon das Geklimper und wenn wir gerade dabei sind, warum schicken wir das Bargeld nicht komplett in Rente?!

Ein Berg Kleingeld. Oben auf liegen die 1- und 2-Cent-Münzen

Während andere europäischen Länder wie die Niederlande, Belgien, Finnland, Irland und seit 2018 auch Italien das Kupfergeld abgeschafft haben, wird in Deutschland noch fleißig diskutiert. Kritische Stimmen behaupten, dass die Kosten, die die Ein- und Zwei-Cent-Münzen in der Herstellung verursachen, überhaupt nicht mehr im Verhältnis zum Nutzen stehen. So wurden in den vergangenen drei Jahren bei der Herstellung dieser Münzen geschätzt 416 Tonnen Kupfer und 7.026 Tonnen Stahl verbraucht. Mal ganz abgesehen von den für die Prägung benötigten Energieressourcen. Dem Staat entstehen daher jährliche Prägekosten von ca. 20 Millionen Euro und das nur für die Ein- und Zwei-Cent-Münzen! Ist das den Aufwand eigentlich wert? Nein, sagen viele und so wurde sogar eine Petition ins Leben gerufen, um die lästigen Gepräge abzuschaffen. Gegenwind erhalten die Kritiker unter anderem von den Unternehmen. Selbstverständlich, denn wie sollten sie ohne Kupfergeld weiterhin psychologisch effektive 99-Cent-Preise in den Märkten platzieren?!

Ein Beispiel, wie es auch ganz ohne gesetzlichen Beschluss gehen kann, zeigt seit Jahren Deutschlands größte Drogeriemarktkette dm. Dort sucht man vergebens Preise mit einer 9 am Ende. Der Grund dafür ist denkbar einfach: den Kunden und Mitarbeitern an der Kasse soll es so einfach wie möglich gemacht werden. Und es scheint zu funktionieren! Vermutlich ist es Ihnen bei Ihrem letzten Einkauf bei dm noch nicht einmal aufgefallen, dass Sie die Ein- oder Zwei-Cent-Münzen gar nicht gebraucht haben. Und wenn doch, haben Sie sie vermisst?

Bitte runden – Kleve schafft das Kleingeld ab

Seit dem 1. Februar 2016 heißt es in Kleve an der Kasse „Bitte runden“, denn die Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen schaffte die 1- und 2-Cent-Münzen als erste deutsche Stadt überhaupt ab! Was in anderen europäischen Ländern wie den Niederlanden, Belgien, Finnland und Irland schon längst Routine ist, stellt in Kleve nun ein Experiment der Einzelhändler dar, … Weiterlesen

Seit dem 1. Februar 2016 heißt es in Kleve an der Kasse „Bitte runden“, denn die Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen schaffte die 1- und 2-Cent-Münzen als erste deutsche Stadt überhaupt ab! Was in anderen europäischen Ländern wie den Niederlanden, Belgien, Finnland und Irland schon längst Routine ist, stellt in Kleve nun ein Experiment der Einzelhändler dar, welches theoretisch jedoch Nachahmer in ganz Deutschland finden könnte!

Die Idee hinter diesem Versuch ist einfach: Auf freiwilliger Basis passen die Klever Einzelhändler ihre Preise an der Kasse an und runden diese auf den nächsten 5-Cent-Betrag auf oder ab. Dadurch sollen immense Kosten für die Einzelhändler eingespart werden, da sie die Gebühren für die Ein- und Auszahlung der Münzen bei den Banken umgehen. Allerdings findet dieses Konzept nur bei der Bar-Zahlung Anwendung – bei Karten-Zahlung wird auch in Kleve weiterhin auf den Cent genau abgerechnet.

Diese Initiative erscheint vor allem für Kleve besonders sinnvoll, aufgrund seiner Nähe zu den Niederlanden. Da eine große Zahl an Kunden aus dem Nachbarland in die Kleinstadt kommt und diese Kunden das System schon seit vielen Jahren gewöhnt sind, macht diese Umstellung nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht Sinn, sondern erweist sich auch als besonders kundenfreundlich.

Ob die Initiative auch in anderen deutschen Städten Anklang findet oder ob sogar eine deutschlandweite Anpassung in Sicht ist, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt noch abzuwarten. Sicher ist nur, dass Kleve mit seiner Kleingeld-Aktion des Deutschen liebgewonnenes Kupfergeld aus den Sammeldosen und Schubladen hervorgeholt und zum Diskussionsthema eines ganzes Landes gemacht hat.

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