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Die Entwürfe zu „100 Jahre Deutsche Nationalbibliothek“

Am 28. Oktober 2011 von Fabian | Edelmetalle, Gedenkmünzen, Münzen aus Deutschland, Silber Münzen

Der Sieger-Entwurf für die nächstjährige 10-Euro-Gedenkmünze „100 Jahre Deutsche Nationalbibliothek“ stammt vom Medailleur Victor Husser, der seit Deutsche-Mark-Zeiten kein Unbekannter in den Münzwettbewerben ist und bereits 2003 mit „100 Jahre Deutsches Museum München“ einen siegreichen Euro-Entwurf platzieren konnte.

Ganz anfreunden konnte sich die Jury mit seinem Entwurf offensichtlich nicht, denn es wurden Realisierungshinweise bezüglich des zu kleinen „Silber“-Hinweises und der nicht gleichschenkligen Sterne gegeben.

Die Silber-Gedenkmünzen und Kupfer/Nickel-Gedenkmünzen werden ab dem 13. August 2012 ausgegeben. Alle weiteren deutschen Münz-Ausgaben 2012 finden Sie hier im Überblick.

1. Preis (Victor Huster)

Das Thema „100 Jahre Deutsche Nationalbibliothek“ wird in aufeinander bezogene Symbole umgesetzt, die als Gesamtkomposition wie im Detail überzeugen. Linienführung wie auch der Gesamtduktus der Bildseite werden auf der Wertseite aufgegriffen und führen so beide Seiten zu einer schwungvollen, dynamischen, jungen Komposition zusammen.
Die Bildseite zeigt ein Gesicht, das stellvertretend für die Leser in der Bibliothek steht, sie zeigt aber ebenso die Sammlungsgegenstände der Bibliothek: Bücher und Buchstaben, binäre Zeichen für die digitale Welt und Notenschlüssel stellvertretend für Musikalien und Tonträger.
Diese Zusammenstellung von Nutzung und Sammlung, von Mensch und Werk charakterisiert die Bibliothek sehr treffend. Sie abstrahiert von konkreten baulichen Gegebenheiten, Orten und Bildern und zeigt inhaltlich doch all das, was die Deutsche Nationalbibliothek ausmacht.
Die Wertseite ist eine gelungene Kombination von hoheitlich würdigem Adler und künstlerischer Wertigkeit. Sie ist damit, in ihrer korrespondierenden Zeichensprache ein wunderbares Pendant zur Bildseite.

Das Preisgericht gibt folgende Realisierungshinweise:
– der Schriftzug „Silber 625“ muss deutlich größer gestaltet werden,
– Europa-Sterne sind gleichschenklig darzustellen.

Randschrift: *BÜCHER SIND DER EINGANG ZUR WELT*

2. Preis (Erika Binz-Blanke)

Die Bildseite dieses herausragenden Entwurfs aus der Gruppe derer, die in moderner Darstellungsform Medienwerke – Bücher und Datenträger – mit ihren Nutzern präsentieren, wirkt zugleich geschlossen und kommunikativ. Ein Orbit umgibt die zu Masken abstrahierten Gesichter der Nutzer, Bücher und CDs gruppieren sich dazu. Diese Medienwerke werden auch als Unterteilungszeichen für eine Umschrift zitiert, die in einer Antiqua den Anlass der Prägung bezeichnet.
Die Wertseite korrespondiert damit stilistisch gut: Ein Hoheitszeichen, aus den klassischen Darstellungsformen behutsam weiter entwickelt, aber nur einen engeren Bezirk im Zentrum ausfüllend.
Damit hat der Entwurfsverfasser sowohl ein starkes Bild für den Sammel- und Bereitstellungsauftrag der Deutschen Nationalbibliothek gefunden, wie auch Symbole für die Entwicklung der Medienwerke über die Zeit dargestellt. Wenngleich insgesamt so nicht die Ausdrucksstärke des Siegerentwurfs erreicht wird, verdient diese Arbeit nach einhelliger Auffassung des Preisgerichts die 2. Platzierung als gerade auch in einer Prägung starke Komposition.

3. Preis (Doris Waschk-Balz)

Die Bildseite überzeugt durch die klare, plastische Darstellung eines Lesesaales in diagonaler Komposition. Der Entwurf zeigt den Fortschritt der Informationsbereitstellung – ein zentraler Auftrag der Deutschen Nationalbibliothek – in Form eines Buches und der neuen Informationstechnologie, die Besonderheit der DNB wird jedoch nicht hinreichend deutlich.
Die Wertseite besticht mit einer gelungenen Adlerdarstellung und schafft damit eine sehr stimmige Korrespondenz zur Bildseite.
Die Umsetzung des Themas ist technisch wie künstlerisch gut gelungen.

4. Preis (Friedrich Brenner)

Innerhalb der Anlassumschrift gewährt die Bildseite den Blick in einen gut besetzten Lesesaal, dessen reliefplastische und graphische Gestaltung gut gelöst ist. In der Mitte der Komposition überrascht eine vertiefte kreisrunde Fläche, die den Lochdurchmesser einer CD assoziiert, deren Gesamtgröße durch das Münzrund gegeben ist. Damit wird ein Sammlungsgebiet der Deutschen Nationalbibliothek angedeutet.
Auf der Wertseite ist die plastische Gestaltung des Bundesadlers in eine Rundform gesetzt, die exakt der Vertiefung auf der Bildseite entspricht, umgeben von den zwölf Sternen und der vorgegebenen Umschrift.
Trotz der nicht völlig überzeugenden Komposition der Mittensituation mit dem dadurch zwangsläufig minimierten Bundesadler hält das Preisgericht den Entwurf aufgrund der unkonventionellen aber graphisch und reliefplastisch gelungenen Lösung für preiswürdig.

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2 Kommentare

  • Beczkowiak, Irmtraud

    Ich plädiere sehr für den Entwurf des 1. Preises!
    Er ist modernkonzipiert, gestalterisch gut gelungen und nutzt den Platz auf der Münze detailreich aus ohne zu überfrachten.

  • Heike Stolz

    Ich finde den 2. Preis für uns vortrefflich. Das Bild des Adler ist kraftvoll, dynamisch und er hat ein Ausdruck von selbstbewußsein.
    Dies alles vermisse ich bei dem 1. Preis.
    Finde Adler sehr instabil und krafloß.



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