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Deutschland 2012: 200. Jahre Grimms Märchen

Am 21. Oktober 2011 von Fabian | Edelmetalle, Gedenkmünzen, Münzen aus Deutschland, Silber Münzen, Umfrage

Heute möchten wir die vier besten Entwürfe des Münzwettbewerbs zur 10-Euro-Gedenkmünze „200. Jahre Grimms Märchen“ vorstellen. Der Sieger-Entwurf kommt von Prof. Christian Höpfner der schon mit „200. Geburtstag Robert Schumann“ oder „100. Geburtstag Marion Gräfin Dönhoff“ bewiesen hat dass er Portraits ansprechend umsetzen kann.

Die Gedenkmünze wird ab dem 12. Juni 2012 in Silber und Kupfer/Nickel ausgegeben. Alle weiteren deutschen Münz-Ausgaben 2012 finden Sie hier im Überblick.

1. Preis (Prof. Christian Höpfner, Berlin)


Der Entwurf der Bildseite greift die Vorgabe des Doppelportraits der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, radiert von ihrem „Malerbruder“ Ludwig Emil Grimm, auf, indem er beide Gesichter in einer porzellanfeinen Oberfläche zusammenfasst und gegen den Münzgrund absetzt. Die Umschrift in einer würdevollen und modern wirkenden Antiqua ist auf einen Blick lesbar.
Die Wertseite führt die abgerundete Gestaltung der Bildseite weiter: Umschrift und Wertangaben, ebenso der Sternenkranz nehmen die zentral ausgerichtete Komposition auf, der klar ausgeführte Adler kontrastiert in seiner Schlichtheit mit dem Portrait.
Der in sich überaus stimmige Gesamtentwurf holt in einem zart schimmernden Bild die Welt der Brüder Grimm in die Gegenwart.

Randschrift: UND WENN SIE NICHT GESTORBEN SIND…

2. Preis (Michael Otto, Rodenbach)

Die plastische, eindrucksvolle Darstellung der Brüder Grimm ist durch Kleidung historisch genau (1843) verortet. Dennoch lässt sich eine gewisse Zeitlosigkeit wahrnehmen. So hat man sich die Brüder Grimm seit über 150 Jahren vorgestellt. Der (Wieder) Erkennungswert ist unübertrefflich, rezeptionsfreundlich.
Das Doppelportrait mit der Bildseite ist zusammen mit der asymmetrischen Umschrift überaus gelungen in die Fläche gesetzt. Dieses Gestaltungsmittel der Asymmetrie ist auf der Wertseite wiederholt.
Die Wertseite verliert leider durch die Überproportionierung der Adlerdarstellung („Federpracht“). Dies stört den Zusammenklang von Bild- und Wertseite, wobei die letztere insgesamt etwas überfüllt erscheint, zumal, wenn noch „Silber 625“ hinzugefügt würde. Die handwerkliche Qualität ist hervorragend.

3. Preis (Hannes Dauer, Schönbrunn-Steinsdorf )

Hervorstechendes Merkmal der Bildseite ist das Doppelportrait der Brüder Grimm in sehr eigenständiger Form: Der Verfasser kombiniert ein naturalistisches Relief der Gesichter mit einer flächigen Gestaltung der Haare und der in skizzenhaften Strichen angedeuteten Kleidung. Diesen anspruchsvollen und durchaus riskanten Ansatz würdigt die Jury ausdrücklich. Die künstlerische Umsetzung gelingt nicht gänzlich. So erhalten die fein und ausdrucksvoll ausgearbeiteten Reliefs etwas Maskenhaftes. Die Linienführung von klar begrenzten Münzgrundflächen zu den naturalistischen Profilausbildungen erscheint nicht zwingend. In der Ausführung als polierte Platte könnte u.a. der mittige Münzgrund die Reliefs dominieren.
Der Adler auf der Wertseite nimmt die Stilmittel der Bildseite mit Ausnahme der feinen Reliefierung auf. Im Bereich der Inschriften wirkt die Anordnung etwas gedrängt.
Insgesamt ergibt sich gleichwohl eine stimmige Gesamtkomposition der beiden Münzseiten.

4. Preis (Agatha Kill, Ilbesheim)

Die Idee einer Einbettung der Gesichter in die dicht gedrängten Märchentitel in damals üblicher Frakturschrift ist interessant, erscheint aber zu additiv und etwas überladen.
Durch die einschließende Darstellung der Lieferantin vieler Märchen, Frau Viehmann, verlieren die Portraits an Volumen, was die handwerkliche Ausarbeitung der Profile erschwert.
Die Wertseite harmoniert mit der Bildseite durch Umschrift und Symmetrie.

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