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Dreiste Phantasieprägungen

Am 3. Februar 2009 von Fabian | Aktuelles, Münzen aus Europa, Wissenswertes

Millionen Menschen in Europa sammeln Euromünzen und geben für seltene Stücke oft viel Geld aus. Das zieht natürlich auch Betrüger und Fälscher an – vor allem Laien können schnell auf die wertlosen Prägungen hereinfallen. Aber auch erfahrene Sammler sind vor den Fälschungen nicht sicher.

Eine sehr beliebte Masche ist es „Probemünzen“ anzubieten. Es gibt zwar tatsächliche solche offiziellen Probeprägungen in Kleinstauflage, aber diese werden direkt wieder in der Prägeanstalt vernichtet. Und sollte es eine solche Münze doch in den Handel schaffen, dann wird sie sicherlich nicht in einem Klatschblatt angeboten werden und schon gar nicht günstiger als das Original. Tatsächlich handelt es sich in fast allen Fällen nicht um Münzen, sondern um Medallien die von den Anbietern in Eigenregie geprägt werden. Diese sind dann lediglich das Material wert aus dem sie hergestellt werden – einen Sammlerwert haben sie trotz möglicherweise geringer Auflage nicht. So findet man bei Händlern bereits Euro Kursmünzensätze für Beitrittskandidaten wie Polen oder Lettland und sogar „amtliche bewilligte“schweizerische und britische Probe-Euros kursieren im Handel. Oft liegt auch noch ein wertloses Echtheitszertifikat bei. Bei Euromünzen aus dem Vatikan gab es vor kurzem eine regelrechte Welle von dubiosen Angeboten.

Zum verwechseln ähnlich: Englischer Euro?

Vermeintlicher Probe-Euro aus England

Eigentlich ist es nicht erlaubt Münzen herzustellen, die mit einem offiziellen Zahlungsmittel ähneln, also zum beispiel die Aufschrift „Euro“ oder den Bundesadler tragen. Doch die Kreationen der Anbieter befinden sich auf einem schmalen Pfad zwischen Medialle und Falschgeld. Hier muss in jedem einzelnen Fall individuell entschieden werden, das ist aber aufgrund der großen Anzahl der Angebote praktisch nicht möglich. Oft sieht nur eine Seite dem vermeintlichen Original zum verwechseln ähnlich während die andere, im Angebot nicht abgebildete Seite deutliche Abweichungen hat.

Was hilft? Man sollte auch beim Münzhandel immer die Augen offen halten und vor allem bei unglaublich günstigen Angeboten besonders genau hinschauen. Wird nur die Bildseite gezeigt und ist die Beschreibung der seltenen „Münze“ lückenhaft sollte eine gesunde Skepsis herschen und im Zweifelsfall Rat einholt werden. Natürlich ist es auch sicherer bei einem namenhaften Münzhändler einzukaufen statt einem Fremden sein Geld anzuvertrauen. Sonst kann sich das vermeintliche Schnäppchen schnell als teure Fehlinvestition heraustellen.

Eine kleine Übersicht über vermeintliche Probeprägungen finden sie hier.

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