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Motiv der 10-Euro-Münze „Gerhart Hauptmann“

Am 24. Februar 2012 von Fabian | Edelmetalle, Gedenkmünzen, Münzen aus Deutschland, Silber Münzen, Umfrage

Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung hat nun auch das letzte noch ausstehende Münz-Motiv zur letzten 10-Euro-Münze dieses Jahres, „150. Geburtstag Gerhart Hauptmann“ veröffentlicht. Bereits am 10. November 2011 entschied sich die siebenköpfige Jury für das Design des Berliner Münzgestalters und Produktdesigners Jordi Truxa. Es ist nach „50 Jahre Deutsches Fernsehen“ (2002), „250. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart“ (2006) und „125. Jahre Automobil“ (2011) bereits sein vierter Entwurf für eine deutsche 10-Euro-Münze der siegreich aus einem Münzwettbewerb hervorgegangen ist.

Die Münze zu Ehren des deutschen Dramatikers und Schriftstellers Hauptmann (1862 – 1946) erscheint am 8. November 2012. Als Randumschrift wurde der letzte Satz des III. Akts von Hauptmanns „Webern“ gewählt: *A jeder Mensch hat halt ’ne Sehnsucht *

Die vier Finalisten, jeweils mit dem Kommentar der Jury:

1. Preis: Jordi Truxa (Berlin)


Der Entwurf zeigt in der rechten Bildhälfte Gerhart Hauptmann im Profil in grafisch reduzierter Form in Anlehnung an die Lithographie von Karl Bauer (1903). Er überzeugt durch die Zutat eines großen Papierbogens und einer Schreibfeder, die die produktive Tätigkeit des Dichters symbolisieren. Die Zutat mindert nicht die Kraft der Portraitdarstellung; der Kontrast von leerer und durchgestalteter Fläche verleiht dem Entwurf einen eigenen Spannungsreiz. Die Schrift als Randschrift ist deutlich lesbar, beschränkt sich dabei mit einer gewissen Zierlichkeit auf die rechte Münzhälfte. Die drei Bereiche (Portrait, Attribute, Schrift) stehen in einem spannungsreichen, aber schlüssigen Verhältnis.
Wertseite
In Analogie zur Bildseite ist auf der Wertseite die Adlerdarstellung ebenfalls nach rechts aus der Mitte gerückt. Der Adler entspricht den Vorgaben; innerhalb dieser Grenzen sind im Detail der Flügelgestaltung bemerkenswerte, der Einheit des Ganzen förderliche Gestaltungsmerkmale zu registrieren.

2. Preis: Elena Gerber (Berlin)

Die Bildseite zeigt Gerhart Hauptmann in einer modernen grafischen Gestaltung im Profil, das als Ausdruck seiner Persönlichkeit auf den ersten Blick erkennbar ist.
Die gut profilierten Strahlen im Hintergrund verleihen der Münze Tiefe und Spannung.
Sie symbolisieren das künstlerische Wirken des Dichters und seine Bedeutung bis in die heutige Zeit.
Ein gut lesbarer Schriftzug rahmt das Motiv ein, richtet sich aber nicht wie üblich auf das Zentrum der Münze aus.
Die Wertseite zeigt im grafischen Aufbau eine gute Entsprechung der Bildseite.
Das dichte Federkleid des Adlers korrespondiert gut mit den Strahlen im Hintergrund des Profils.
Der Wechsel der Bildebenen mit einer Vertiefung der Sterne verleiht auch der Wertseite eine besondere Dynamik.

3. Preis: Carsten Theumer (Salzatal)

Der Entwurf wurde prämiert, weil er ein ausdrucksstarkes, fein modelliertes Portrait Gerhart Hauptmanns mit einer ausgewogenen Darstellung des Adlers kombiniert.
Das Bildnis zeichnet sich durch eine individuelle Charakterisierung Hauptmanns aus und konzentriert sich auf den jüngeren Künstler während der Blüte seiner frühen Schaffenszeit. Die zeitlose, denkmalhafte Darstellung verzichtet auf erläuternde Elemente.
Die Wertseite korrespondiert mit der Bildseite, indem sie das mittig orientierte Kompositionsschema aufnimmt. Der Adler wirkt anmutig und ist als Hoheitssymbol angemessen.
Die einfühlsame Schriftgestaltung führt zu einem harmonischen Gesamtbild.

4. Preis: Hannes Dauer (Schönbrunn-Steinsdorf)

Der Münzenentwurf gestaltet auf der Bildseite ein Porträt von Gerhart Hauptmann mit hohem Erkennungswert. Es zeichnet sich durch eine sehr gute plastische Ausarbeitung aus und überzeugt in der Idee, den schaffenden Künstler in den Mittelpunkt zu stellen. Die mit einem Stift erhobene Hand wirkt als Kraftvolle und geradezu raumgreifende Geste. Die in zwei Zeilen am unteren rechten Rand aufgeführte klare Schrift setzt einen gelungenen Rahmen, der als gestalterisches Element auch auf der Wertseite an dieser Stelle erscheint.
So wie auf der Bildseite das Porträt nicht zentriert erscheint, findet sich auch auf der Wertseite der Adler in dezentraler Position. Zusammen mit den konzentriert gefassten Sternen ergibt sich für die Wertseite dennoch eine harmonische Flächenwirkung.

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Bilder: Bundesministerium für Finanzen

 

 

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