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10 Euro: Till Eulenspiegel

Am 19. Juli 2010 von Fabian | Edelmetalle, Gedenkmünzen, Münzen aus Deutschland, Silber Münzen

Die 10-Euro-Gedenkmünze „Till Eulenspiegel“ erscheint am 07.07.2011. Schon jetzt wurde im Wettbewerb der Siegerentwurf gekürt.

1. Preis

Der Verfasser hat sich zur Ideenfindung für besonders prägende Charaktereigenschaften Eulenspiegels entschieden.
Diese liegen durchaus in der Gebrochenheit der Gestalt, in der Ambivalenz von Gedrücktheit und Bedrückung, in einer gehörigen Portion an Bosheit, List und aggressiver Verweigerung. Eulenspiegel repräsentiert durchaus auch die unsoziale Kehrseite der menschlichen Natur, er verrät, macht sichtbar, was sich gerne tarnt oder versteckt. Als Figuration des Eigensinns deckt er die ganze Bandbreite zwischen Bösewicht und Schelm ab. Hieraus leitet er einen aktuellen, frechen, unverschämten Schalk ab, der der Welt – also auch uns – den Hintern zeigt, indem er uns bei unserem Wort nimmt – wie vor mindestens 500 Jahren schon. Eine gebückte Gestalt asymmetrisch im Rund der Münze nach hinten grinsend. Die Schrift verläuft im Rücken Eulenspiegels am halben Randkreis entlang. Eine dynamische Komposition, die mit dem Münzkreis thematisch und formal eine Einheit bildet.

Die Wertseite ist im Zusammenhang mit der Bildseite komponiert: Die Schrift verläuft auch halbseitig mit den Sternen am Rand; die Wertangabe waagerecht neben dem Adler, der passend zur Eulenspiegelfigur geschwungen ist und seine Flügel in klassischer Gestalt spreizt.
Insgesamt eine moderne Komposition, die sich dem Beschauer schnell und eindrücklich erschließt, gleichzeitig aber viele Fragen stellt, wie die literarische Figur Till Eulenspiegels seit 500 Jahren.

2. Preis

Bestimmendes Kennzeichen der Bildseite ist die Figur eines den landläufigen Vorstellungen entsprechenden, freundlich lachenden Till Eulenspiegel mit Narrenkappe. Er sitzt auf dem Ende einer dreistufigen Treppe mit lässig überkreuzten Beinen und hält einen runden Spiegel in der rechten Hand, in dem sich eine am Ende der obersten Treppenstufe und auf den letzten Buchstaben der Schrift „500 Jahre“ sitzende Eule widerspiegelt. Offensichtlich freut sich Eulenspiegel über einen gelungenen Streich. Grundlage der Treppe bildet eine zweigeteilte Basis aus gestuften Schriftzügen seines Namens, wovon eine die niederdeutsche Variante wiedergibt. Darunter befinden sich charakteristische bildliche Zitate aus verschiedenen Historien bzw. Schwänken. Der Entwurf besticht durch prägnanten Detailreichtum von handwerklich hoher Güte. Allerdings lässt es dieser Entwurf, der die bestehenden Stereotypen eher verstärkt als dass er die hintergründige Boshaftigkeit der Eulenspiegeleien thematisiert und eher in sich lieblich ruhend wirkt, an Dynamik und Spannung vermissen. Er wird damit der historischen Figur nicht in vollem Umfang gerecht. Dem gegenüber überzeugt die Wertseite mit einer gelungenen Adlerdarstellung, die mit der gestalterischen Aufteilung der Bildseite korrespondiert.

3. Preis

Die Bildseite überzeugt durch ihre naturalistische und plastische Darstellung. Das Motiv des sitzenden Eulenspiegels steht in einem schön ausgewogenen Verhältnis zur Münzfläche. Der Entwurf ist technisch und bildhauerisch gut umgesetzt. Der modern und leicht verfremdet dargestellte, geteilte Spiegel wird dem Betrachter vorgehalten und versinnbildlicht damit eine charakteristische Wesensart der Figur. Nicht überzeugen konnte die gestalterische Qualität der Wertseite. Die schräg laufende Kante erzwingt eine Analogie zur Bildseite, ihr Sinn erschließt sich dem Betrachter aber nicht.

4. Preis

Die Münzgestaltung der Bildseite überzeugt durch die Vielzahl von aktuellen Bezügen zu unserer Gesellschaft, die sich in dem großformatigen Spiegel erzählerisch andeuten. Das Motiv Till Eulenspiegels wird nicht nur durch typische Gestaltungsmerkmale wie Narrenkappe, Eule und Gestik bestimmt, sondern auf scheinbar spielerische Weise regt ein Gesellschaftskritischer Blick zur Selbstreflektion an. Ein mutiger Entwurf, der auch aufgrund der Bildfülle erst auf den 2. Blick das Thema erschließt. Die Wertseite entspricht nur in Teilen der Bildseite. Die graphische Gestaltung ist weniger überzeugend.

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